Das Außen-Öl Tutorial

Außen-Öle sind eine der besten Arten, Holz im Außenbereich langlebig zu schützen und schön zu machen. Wir zeigen in diesem Blogbeitrag, wie man es richtig macht und geben Tipps für die Verarbeitung.

Wofür sind Außen-Öle geeignet?
Einheimische und exotische Hölzer bei Neu- und Renovierungsanstrichen (Holzdecks, Holzterrassen, Fassadenverkleidungen, Fenster, Türen, Gartenhäuser, Fachwerk, Spielgeräte usw.). Es ist völlig egal, welche Art von Holz ich habe, sie lassen sich alle ölen, wenn sie vorher nicht lackiert wurden (dann muss man den Lack abschleifen).

Was ist eigentlich ein Öl?
Öle gehören zur sogenannten nicht-filmbildenden Holzbehandlung. Das bedeutet, ein richtiges Öl zieht tief in das Holz ein und - das ist besonders wichtig - lässt das Holz atmen, so dass Feuchtigkeit aus dem Holz an die Umgebung und aus der Umgebung in das Holz eindringen kann. Das verlängert die Lebensdauer des Holzes, weil es nicht von einer Kunststoffschicht von der Umgebung abgeschnitten wird.

Woran erkennt man ein richtiges Öl?
Am besten schaut man auf die Deklaration der Inhaltsstoffe, die heute jeder ernstzunehmende Hersteller auf der Dose hat. ...Veredelte Naturöle wie Soja- und Sonnenblumenöl... bedeuten, hier wird mit echten Ölen gearbeitet. Auch Alkydharze gehören in die Familie der Öle. Nicht jedoch Polyurethan, Acrylat oder gar Epoxi, her hat man es mit Kunststoffbeschichtungen in Lackform zu tun.

Lösemittel oder wasserbasiert?
Das ist eine Frage, die uns viel gestellt wird, weil es sich bei Lösemittel (oder genauer organischen Lösemitteln bzw. VOC um Stoffe handelt, die aus der Petrochemie kommen und deshalb einen CO2-Footprint haben. Technisch kann man sagen, dass Lösemittel das Öl tiefer in das Holz eindringen lassen und die Haltbarkeit des Anstriches um ein Vielfaches verlängern. Die Lösemittel verdunsten vollständig beim Trocknungsprozess und sind danach im Anstrich nicht mehr vorhanden (deshalb tragen unsere lösemittelhaltigen Öle z.B. das Zeichen für Kinder- und Spielzeugsicherheit nach vollständiger Trocknung). Wir haben ausgerechnet, dass die vielfache Lebensdauer eines lösemittelhaltigen Öls einen deutlich niedrigeren CO2-Footprint erzeugt als das gleiche Produkt auf Wasserbasis mehrfach herzustellen, zu verpacken, zu verschicken, etc. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten muss man im Aussenbereich lösemittelhaltigen Anstrichen daher klar den Vorzug geben.

Aber jetzt zum Tutorial:

Was brauche ich?

  • Ein geeignetes Außen-Öl
  • Pinsel
  • Fusselfreien Lappen
  • Eine kleine Auffangwanne, damit ich z.B. bei unzugänglichen Stellen auf der Leiter nicht die Dose mit mir rumtragen muss

Wie bereite ich das Holz vor?

Grundsätzlich vertragen sich Öl und Wasser nicht gut, daher muss die Terrasse trocken und sauber sein, damit ich keinen Schmutz anstreiche (also fegen und dann reinigen, normale Reinigung oder etwas stärkere Mittel bei Grünbelag oder starker Vergrauung). Streichen tut man, wenn das Wetter schön ist, es sollte auch Nachts nicht unter 8 Grad Celsius Aussentemperatur haben und vor allem sollte es nicht regnen!).

Eine Besonderheit sollte man beim Ölen von neuen Fassaden oder anderen Hölzern beachten. Wenn das Holz ganz frisch ist, dann enthält es  oft noch Inhaltsstoffe, die erst nach einer gewissen Zeit aus dem Holz austreten und dann sieht es nach kurzer Zeit auch mit einem Anstrich unschön aus. Daher empfehlen wir Folgendes: Hölzer mit einem besonders hohen Gehalt an Holzinhaltsstoffen sollen vor der Erstbehandlung ca. 4 Wochen abwittern. Frisches, kesseldruckimprägniertes Holz, sowie Massaranduba, Ipè oder Garapa, vor der Erstbehandlung ca. 3 Monate abwittern lassen, hier sind einfach zuviele Inhaltsstoffe drin und das Holz soll ja eine optimale Verbindung mit dem Öl eingehen.

Wenn Du eine Weichholz-Fassade (Kiefer, Fichte, Douglasie) hast, dann besprich bitte mit einem Fachmann (oder ruf in unserem Labor an unter 08465/17380) um zu besprechen, ob nicht eine vorhergehende Imprägnierung gegen Pilze und Bläue angezeigt ist.

Der Anstrich

Die Dose am Besten mit einem Spatel oder einem sauberen Holzstab gut aufrühren. Das bedeutet: die ganze Flüssigkeit ist in Bewegung und ab und ich kratze mit dem Spatel auch gelegentlich am Bodenrand, um einen möglichen Bodensatz aufzurühren. Zwei Minuten aufrühren reichen, dann ist alles schön homogen und es kann losgehen.

Beim Ölen gibt es einen wichtigen Tipp: Weniger ist mehr! Gerade wenn Du zum ersten Mal ölst und vorher nur lackiert hast: die Auftragsmenge eines Öls ist um den Faktor 2-3 geringer.

Das Ölen an sich ist ganz einfach:

  • dünn und gleichmäßig aufstreichen, dann
  • den Überschuss abnehmen (das bedeutet entweder mit einem Lappen abwischen oder mit dem Pinsel verstreichen, bis keine Laufnasen oder nasse Stellen mehr zu sehen sind)
  • an der Luft trocknen lassen wie im Datenblatt beschrieben (meist 4-6 Stunden oder über Nacht)
  • Dann eine 2. oder 3. Schicht auftragen

Der Abschluss

Nach erfolgreichem Streichen unbedingt eine Flasche Bier oder ein geeignetes Kaltgetränk bereit halten und sich freuen, dass man dem wunderschönen Rohstoff Holz langlebigen Schutz, natürliche Pflege und eine wunderschöne Optik hat zukommen lassen.

Hier geht's zum Produkt

Videos und weitere Tutorials findest Du auch auf timberlove.blog.

Und bitte immer die Gebrauchsanweisung auf dem Gebinde lesen. Für die sichere Verwendung von Holzpflegemitteln und den Umgang von Kindern haben wir hier alle wichtigen Hinweise zusammengefasst.




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